Mediation – jetzt mal konkret

„Willst Du Recht haben oder glücklich sein? Beides zusammen geht nicht.“

Marshall Rosenberg

Ich arbeite auf Grundlage des 5 Phasen Modells nach Christoph Besemer „Die Kunst der Vermittlung in Konflikten“.

Vorbereitung der Mediation

Klärung der Anfrage und des Konfliktgegenstandes, um Eignung für eine Mediation festzustellen. Erläuterung des Verfahrens und Rolle des Mediators. Kontaktaufnahme zu den anderen Konfliktparteien, um deren Bereitschaft zur Teilnahme zu erfragen. Dann erfolgt die Klärung organisatorischer und finanzieller Aspekte. Wir schließen einen Vertrag!

Jede Mediation wird individuell vorbereitet. Das 5 Phasen Modell stellt den Rahmen dar, an dem ich mich orientiere. Welche Tools zum Einsatz kommen, entsteht oft nach dem ersten Treffen oder während des Mediationsprozesses. Was die Klient*innen brauchen, um gemeinsam eine gute Lösung erarbeiten zu können, steht dabei stets im Vordergrund!

Mediation Phase 1: Eröffnung und Einstieg

Wir begrüßen uns und stellen uns gegenseitig vor. Ich erläutere was ich bereits weiß, damit alle Konfliktparteien den gleichen Informationsstand haben. Wir legen ein gemeinsames Ziel der Mediation fest, mit dem beide Konfliktparteien einverstanden sind.

Ich stelle Ihnen die während des Mediationsprozesses geltenden Regeln vor, mit denen Sie sich einverstanden erklären müssen (ausreden lassen, keine Beleidigungen, gewaltfreie Kommunikation, etc.)

Die 5 Phasen werden kurz umrissen, des Weiteren meine allparteiliche und neutrale Rolle als Mediatorin. Wenn die Klienten damit einverstanden sind geht’s auch schon los. Natürlich beantworte ich alle Fragen, die Sie an mich haben.

Mediation Phase 2: Darstellung des Konfliktes

Stellen Sie sich die zweite Phase wie eine Zwiebel vor, die entblättert werden muss. Jede Konfliktpartei stellt den Konflikt aus ihrer Sicht vor. Ich frage nach, höre aktiv zu, indem ich das Gehörte noch einmal darstelle. Jede Konfliktpartei hat die Möglichkeit das Gesagte zu ergänzen. In meiner Rolle als Ihre Mediatorin gebe ich eine kurze Zusammenfassung zur Überprüfung, ob alles gesagt wurde und es richtig verstanden wurde. Dann sorge ich dafür, dass jede Partei genug Zeit bekommt, ihre Themen zu benennen und in Ruhe zu erläutern.

Mediation Phase 3: Wir erhellen Ihren Konflikt

Mittels des VAKOG Modells gelingt es mir die Sinneskanäle der jeweiligen Konfliktpartei zu erreichen. Welcher Sinnestyp sind Sie? Mit welchen Sinnen fällt es Ihnen leichter Ihren Konflikt darzustellen und Ihr Gegenüber bzw. die anderen Konfliktparteien zu erreichen. Mittels gezielter Fragen versuche ich Sie an die Basis Ihres Konfliktes zu führen.

Im zweiten Schritt erfolgt in der Regel ein Stuhltausch. Die jeweiligen Konfliktparteien versetzen sich in die Rolle ihres Kontrahenten und versuchen den Konflikt aus dessen Perspektive zu erleben.

Im Anschluss klären wir wie gut sich die beiden Parteien vom jeweiligen Gegenüber verstanden gefühlt haben. Besonders in der Phase 3 ist es wichtig über die gezielte Auswahl von Tools in die Tiefe des Konfliktes zu gehen.

Mediation Phase 4 : Lösungssuche

Oftmals hilft es das bis dato unlösbare Ursprungsproblem in Teilprobleme zu zerlegen, um den eigentlichen Konflikt zu lösen. Wir sammeln zum Beispiel mittels eines Brainstormings von beiden Seiten Lösungsvorschläge und die Konfliktparteien bewerten diese. Evtl. legen wir gemeinsame Kriterien fest, die auf jeden Fall erfüllt sein sollten. Das eröffnet neue Lösungswege und Lösungsansätze, an die Sie vorher vielleicht gar nicht gedacht haben.

Wichtig ist, die Lösung(en) im Anschluss gewissenhaft zu prüfen. Ist das ursprüngliche Ziel erreicht? Was bräuchte es noch? Funktioniert die Lösung in der Realität? Wollen alle den Plan ausführen?

Mediation Phase 5 : Übereinkunft der Konfliktparteien

Der Konsens wird als Abschlussvereinbarung ausformuliert und von beiden Parteien unterzeichnet. Die Fragen und Möglichkeiten der Umsetzung werden konkret geklärt. Im Anschluss folgt ein Feedback an die Mediatorin, die dann die Mediation mit einem Schlusswort beendet. Die Abschlussvereinbarung enthält damit die gemeinsam gefundenen Lösungsvorschläge. Ihre Lösungen! So wird die Abschlussvereinbarung die neue Basis Ihrer künftigen Beziehung zueinander.

Nicht vergessen: Weitere Sitzungen

Falls Sie es wünschen, können wir jederzeit noch einmal zusammenkommen, um zu sehen, wie sich die Abschlussvereinbarung in der Praxis leben und umsetzen lässt. Weitere Sitzungen sind optional und können zum Beispiel drei bis sechs Monate nach Abschluss der Mediation stattfinden.

Streit ist der Vater des Fortschritts.

Kurt H. Biedenkopf

Auszug der Literatur, die ich in meine Arbeit einbeziehe:

Die Kunst der Vermittlung“, von Christoph Besemer
„Fragen können wie Küsse schmecken“, von Carmen Kindl-Beilfuß
Mediation in Gruppen und Teams“, Monika Oboth & Gabriele Seils
„Mediation in der Wirtschaft“, Dye, Eidenmüller, Hacke, Fries
„Gewaltfreie Kommunikation“, Marshall B. Rosenberg
Nachhaltige Konfliktlösung durch metanoische Mediation“, Dr. Friedrich Glasl

Kurz erwähnt: Beispiele von „Unterstützer“-Tools, damit Ihre Mediation gelingt!

  • „Sicherer Ort“
  • „Wunderfrage“
  • „Ziel-Vision-Hypnotrance“
  • „Pendel-Mediation“
  • Rückwärtsanalyse
  • Analoges Arbeiten
  • Stellvertreter Mediation
  • Krokodilsfluss
  • Gruppen-Märchen-Tool
  • Aktienkurs
  • Eisenhower Prinzip
  • Leerer Stuhl
  • Feedbackdusche

Netzwerk & Co-Mediation:

Schon während meiner Ausbildung habe ich mich mit Mediator:innen vernetzt – mit dem Ziel der Co-Mediation, für Beratung und kollegialen Austausch, für Supervisionen. Ich nehme fortlaufend an Fortbildungen rund um das Thema Konfliktbearbeitung teil. Ich bin Mitglied in der Regionalgruppe Mediation Aachen & Euregio des BMEV, sowie in der Deutschen Stiftung Mediation.

Es ist Unsinn, Türen zuzuschlagen, wenn man sie angelehnt lassen kann.

J. William Fulbright
Clusmann Mediation